Segeltörn der MK-Wetzlar auf dem Dreimastsegler Grootvorst

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(Zusammenfassung des Berichtes von Paul Wegmann)

Nach langer Vorbereitung durch unseren Kameraden Dieter Stollberg fuhren Angehörige der MK-Wetzlar mit ihren Partnern und Freunden nach Harlingen in den Niederlanden um dort auf dem Dreimastklipper „Grootvorst“ ein Segelwochende zu verbringen.
Die heiße Phase der Vorbereitung begann mit einer Vorbesprechung und Einweisung, der Aufteilung auf die Fahrgemeinschaften und die Belegung der Kajüten an Bord. Da wir uns an Bord selbst versorgen mussten, war es nötig, die entsprechenden Dinge wie Getränke, Lebensmittel etc. zu beschaffen.
Am 21.09. ging es dann los, die eingeteilten Fahrgemeinschaften machten sich auf den Weg mit Ziel Harlingen in den Niederlanden. Nach und nach trafen alle wohlbehalten und glücklich, die Strecke von ca. 450 Km, trotz teilweise widrigen Umständen überstanden zu haben, im Hafen von Harlingen ein. Der Liegeplatz der „Grootvorst“ war auch schnell erkundet und es konnte begonnen werden, die doch recht umfangreiche Ladung auf das Schiff zu bringen und uns erst einmal mit dem Schiff vertraut zu machen. Dank der Vorkenntnisse von Dieter wurde auch dieser Part schnell erledigt. Nachdem die Kabinen bezogen waren, traf sich alles im Aufenthaltsraum zur Begrüßung und Einweisung durch unseren Skipper „Dominik“. Dabei wurde auch der Rest der Besatzung, ein Maat und ein Matrose (w), (die sich noch in der Ausbildung befand) vorgestellt. Danach waren wir allein und da Einsamkeit bekanntlich durstig macht, wurde mit großer Freude das mitgebrachte Bierfass mit köstlichen Krombacher Pils angezapft. Unsere Küchencrew (unter fachkundiger Leitung unseres Smutjes Heinrich Bartelmann) hat mittlerweile die die komplett eingerichtete Kombüse eingenommen. Das Abendbrot in Form eines kalten Buffets, welches keine Wünsche offenließ, wurde vorbereitet und verzehrt. Danach ging es zum gemütlichen Teil über. Petra und Ingo packten ihre Instrumente aus und es wurden alle bekannten Lieder des Shanty-Chores gesungen. Trotz der Gewissheit, dass wir am nächsten Morgen in See stechen, wurde es für einige ein sehr langer und feuchtfröhlicher Abend.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen musste alles ordentlich seetauglich verstaut werden. Da wir in einem Päckchen (im Hafen an der Pier mit den Längsseiten nebeneinander liegende Schiffe) an der Pier lagen, mussten wir warten, bis die anderen Segler abgelegt hatten. Dann hieß es auch bei uns Leinen los. Unter Motorkraft wurde der Hafen verlassen. Aufgrund des doch etwas rauhen Wetters, (oder der genossenen alkoholischen Getränke vom Vorabend) bekamen einige doch ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend. Nach Verlassen des Hafens kam das ersehnte Kommando „Klarmachen zum Segelsetzen“. Unter fachkundiger Leitung der Stammbesatzung wurden erst die Persennings von den Segeln entfernt. Der Klüverbaum wurde abgesenkt (wird im Hafen aus Platzgründen hochgezogen). Danach wurden Fock und Vorsegel gesetzt, hier war doch einiges an Kraft aufzuwenden um die schweren Segel nach oben zu bringen. Hauptsegel und Besansegel wurden nicht gesetzt, da der Wind doch erheblich auffrischte und das Schiff auch so schon gute Fahrt machte. Mit Kurs Nord, Nord West ging es in Richtung Terschelling, welches wir nach ca. 4 Std. erreichten. Mittlerweile hat sich auch das Wetter einigermaßen gebessert, es kam sogar die Sonne zum Vorschein, so dass einige die Gelegenheit nutzten, sich ihre „Seebeine“ an Land zu vertreten. Um 18.00 Uhr traf sich alles wieder an Bord, um sich auf das „Käpt`nsdinner“ (Skipper Dominik und seine Crew waren dazu eingeladen) vorzubereiten, welches mit drei Glockenschlägen durch unseren „Reiseleiter Stolli“ Punkt 19.00 Uhr eröff-net wurde. Die Küchen Crew um Smutje Heinrich, Micheal, und Reinhard, hatten in der Kombüse wieder ihr ganzes Können aufgebracht und Gulasch mit Klößen serviert. Die anstrengenden Anreise, gepaart mit kräftezehrendem Segelsetzen und Nachwehen des vorangegangen Freitagabend, waren einige doch recht müde und es wurde es sehr schnell ruhig an Bord.
Der nächste Tag begann um 07:30 Uhr mit dem seemännischen Weckruf „Reise, Reise Aufstehen“. Danach folgte das Frühstück mit frischen Brötchen und allem was das Herz begehrt bei dem bestimmt niemand hungrig vom Tisch gehen musste. Anschließend war wieder Seeklarmachen angesagt, das Frühstückgeschirr musste wieder gereinigt und seefest verstaut werden. Um 10:00 Uhr hieß es wieder Leinen los. Die Rückreise nach Harlingen wurde angetreten. Segel wurden wieder gesetzt, aber anscheinend hat Rasmus seine Puste am Vortag alle verbraucht denn wir mussten leider noch Motorkraft zu Hilfe nehmen, um zurück nach Harlingen zu kommen. Mit einem kleinen Schwenk vorbei an einer Sandbank, wurde noch einer größeren Seehundkolonie ein Besuch abgestattet, bevor es dann mit „Volldampf voraus“ zurück nach Harlingen ging.
Vor dem Einlaufen in den Hafen mussten wieder alle Segel eingeholt werden, was unter fachlicher Leitung der Bootsbesatzung und den mittlerweile erfahrenen Seebären der MKWetzlar zügig vonstattenging. Bei einigen Mitfahrern trat eine leichte Wehmut auf, andere waren erleichtert den Törn heil überstanden zu haben und wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Nun hieß es Gepäck packen und Reinschiff machen. Die Segel wurden wieder verstaut und alles Gepäck musste wieder an Land gebracht werden. Als Anerkennung für seinen großen Einsatz bei den Segelmanövern bekam unser Kamerad Michael Friedrich noch die Bordtaufe und wurde durch den Skipper zum „Popeye der Grootvorst“ getauft. Trotz aufkommenden Regen gab es das obligatorische Abschlussfoto. Nach dem alles Gepäck in den Fahrzeugen verstaut war, ging es mit einem letzten Blick zurück zur Grootvorst in Richtung Heimat. Ein schönes und erlebnisreiches Wochenende fand sein Abschluss. Ein besonderer Dank geht an den Kameraden Dieter Stollberg, der im Vorfeld die Organisation des Segeltörns übernommen und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt hat. Auch bedanken wir uns bei der hervorragenden Crew, die uns alle bestens versorgt und immer für Ordnung gesorgt hat.

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